Zu oft faule Kompromisse

Wie wäre es, wenn Du bei Personalentscheidungen keine „faulen Kompromisse“ machen müsstest?

Kennst Du das? Du betrittst Dein Unternehmen und gehst an den einzelnen Büros vorbei. Links, ein freundliches „guten Morgen!“, rechts ein leicht genervter Blick und die Kollegin im Büro hinten links lädt Dich direkt zum Smalltalk ein. Hand aufs Herz: Nicht immer ist man mit allen Menschen im Team auf der gleichen Wellenlänge. In meiner Zeit als Gruppengeschäftsführer einer Mediengruppe war das ähnlich. Mit den einen war ich gedanklich wie emotional eng zusammen, mit den anderen wiederum weniger – und immer der Gedanke: Arbeiten wirklich alle an der Zielerreichung? Die Frage, die sich oft dann stellt, lautet: Will ich mit allen Teammitgliedern nun weiter zusammenarbeiten oder führen unsere Wege in Zukunft in getrennte Richtungen?

Eine Entscheidung muss her…

Nicht immer macht gleich eine Kündigung Sinn. Was es hier braucht ist ein Entscheidungsmodell, welches weit darüber hinaus geht, ob man einen Menschen mag oder eben nicht. Entscheidend ist hier, ob die Werte des Unternehmens geteilt und die vereinbarten Ziele erreicht werden. Wenn Du Dir in einem solchen Konflikt diese beiden Fragen stellst, wird Dir die Entscheidung leichter fallen.

Im besten Fall teilt ein Mitarbeiter a.) die Werte des Unternehmens und erreicht b.) darüber hinaus auch die gesteckten Ziele: Ein echter Gewinn für das Unternehmen. Hier muss alles getan werden, um diese Mitarbeiter weiterhin zu halten – Stichwort: Mitarbeiterbindung. Es gibt aber auch das exakte Gegenteil: jemand, der c.) weder die Unternehmenswerte lebt, noch d.) die Ziele erreicht, die zuvor vereinbart wurden. Diese Situation ist für ein Unternehmen nicht tragbar. Eine Trennung ist hier die logische Konsequenz.

Werte vs. Ziele

Schwierig wird es jedoch, wenn folgende Situation auftritt: Jemand erreicht die wirtschaftlichen Ziele seines Geschäftsbereiches aber lebt nicht Werte des Unternehmens. Oder umgekehrt: Die Unternehmenswerte werden geteilt aber die Ziele werden nicht erreicht. Beides also deutlich komplizierter als die beiden o.g., eher klaren, Situationen. Hier musst Du Dich fragen: Ist der betreffende Mitarbeiter ein Asset für mein Unternehmen? Kann diese Person etwas Wichtiges zu meinem Unternehmen beitragen, das ihn unverzichtbar macht? Vielleicht ist es das über Jahre gesammelte Know-how, vielleicht sind es aber auch die wichtigen Kundenbeziehungen, die über die Jahre aufgebaut wurden. Auch kann es sein, dass diese Person einen erheblichen emotionalen Anteil zumUnternehmen beiträgt.

Fazit

Fördere Mitarbeiter bedingungslos, die ihre Ziele erreichen und die Unternehmenswerte teilen. Kündige, wenn jemand weder die Ziele erreicht noch die Werte achtet. Wenn ein Mitarbeiter, der die Ziele erreicht aber die Werte nicht teilt oder die Werte schätzt aber die Ziele nicht erreicht, doch ein Asset für das Unternehmen ist, dann solltest Du in dieser Situation bereit sein zu investieren: In Gespräche und vielleicht auch ein persönliches Coaching. Du wirst sehen, dieses Modell wird Dir in zukünftigen Personalentscheidungen eine wichtige Stütze sein. Wenn Du Deine Entscheidungen basierend auf diesem 4-Stufenmodell triffst, wird es Dir schließlich leichter fallen keine faulen Kompromisse zu machen, wenn es um Dein Personal geht.

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